Danach habe ich mich als Historiker in verschiedene?Archive?„eingegraben“?und mich?mit der Geschichte der katholischen Kirche und vor allem der katholischen Lebenswelt in unserer Region beschäftigt. Unter anderem habe ich über entführte katholische Kinder in Damme, spendierfreudige Amerika-Auswanderer aus Neuenkirchen und andere sonderbare Geschichten aus dem 19. Jahrhundert publiziert. Eine Zeit lang war ich im Archiv des Bischöflich Münsterschen Offizialates beschäftigt, wo ich inmitten staubiger Aktenberge sehr viel über die?Geschichte und?die?Gegenwart der katholischen Kirche im?Offizialatsbezirk?gelernt habe.?
Leider habe in dieser Zeit zunehmend?den Kontakt zur katholischen Kirche verloren und war viele Jahre nur noch auf dem Papier katholisch. Ein Stipendium des?Cusanuswerks, der Bischöflichen Studienstiftung,?und der damit verbundene Kontakt zu anderen Christen meiner?Generation sorgte für eine Neuentfachung?meines Glaubenslebens, so dass ich auch wieder motiviert war, Anschluss an die Kirche zu suchen.?Zunächst führte mich mein Weg ins FORUM St. Peter, wo ich nach und nach verschiedene ehrenamtliche Aufgaben übernahm. Als Vertretungsküster und als ehrenamtlicher Mitarbeiter konnte ich erste Erfahrungen in der kirchlichen Arbeit sammeln.?Außerdem wirkte ich als?Kommunionhelfer und Lektor in?den Gottesdiensten?mit, was mir stets eine Freude war.??
Diese Erfahrungen haben in mir die Erkenntnis reifen lassen, dass die katholische Kirche nicht nur eine historische Konstante und christliches Handeln nicht nur in den Geschichtsbüchern?wichtig ist, sondern dass es auch in der Gegenwart Menschen braucht, die den Glauben?weitertragen,?das Wort Gottes zu den Menschen bringen?und sich aktiv für den Nächsten einbringen.?So hat sich der Wunsch verfestigt,?beruflich einen Weg einzuschlagen, auf dem ich den Glauben in der Begegnung mit Menschen teilen und weitergeben?kann.? 2017 begann ich meine Ausbildung und trat meinen Dienst als Pastoralassistent an. Vier Jahre habe ich praktische Erfahrungen in der katholischen Kirchengemeinde St. Josef in Oldenburg gesammelt. Nebenbei habe ich Theologie im Fernkurs studiert und dieses Studium 2020 erfolgreich abgeschlossen.
Nach der Ausbildung stand dann der Wechsel in eine neue Gemeinde an und ich startete am 1. August 2021 meine Arbeit in der katholischen Kirchengemeinde St. Marien Delmenhorst und Ganderkesee. Dort war ich überwiegend in Delmenhorst-Düsternort – in St. Christophorus – eingesetzt. Meine Aufgabenfelder waren dort sehr vielfältig. Ich war u. a. Ansprechpartner für den dortigen Gemeindeausschuss, den Liturgiekreis, das Familienzentrum St. Christophorus, die Overbergschule (kath. Grundschule) und die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB). Ich habe zusammen mit meiner Kollegin fast fünf Jahre die Firmvorbereitung für die Gesamtpfarrei gestaltet und außerdem einen Teil der fünf Zeltlager begleitet. Zudem wurde ich zum Dekanatsjugendseelsorger im nunmehr aufgelösten Dekanat Delmenhorst ernannt.
Seit 2022 wurde ich von der Delegiertenversammlung der Katholischen Jugend Oldenburg (KJO) zur Geistlichen Leitung gewählt und bin seitdem Mitglied des Bezirksvorstands. Eine Aufgabe, die mir nach wie vor große Freude bereitet.
In den vergangenen beiden Jahren war ich darüber hinaus Mitglied der Prozessgruppe für den Pastoralen Raum Oldenburg-Delmenhorst, um dort gemeinsam mit weiteren Haupt- und Ehrenamtlichen über die Zukunft pastoraler Arbeit zu beraten.
Nach fast fünf Jahren zieht es mich – auch aus familiären Gründen – wieder nach Oldenburg. Und das gleich mit einer besonderen Stelle, die schon auf die Zukunft des Pastoralen Raums und auch auf seine Herausforderungen hinweist. Meine Einsatzstelle wird St. Willehad sein; darüber hinaus bin ich aber auch für die Mitarbeit in der Pfarrei St. Marien beauftragt. Für mich klingt das nach einer spannenden, vielfältigen und herausfordernden Aufgabe. Wie das dann konkret aussieht? Das wird die Zukunft zeigen. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir über die Gemeindegrenzen hinweg alle gemeinsam einen guten Weg finden werden. Ich freue mich sehr darauf, weniger auf der A28 im Auto zu sitzen und stattdessen mit dem Fahrrad die Stadteile zu erkunden. Viele Gesichter sind mir schon aus den vergangenen Jahren bekannt, ich freue mich aber auch auf zahlreiche neue Begegnungen und Erfahrungen sowie auf das Zusammentreffen mit?Ihnen,?den unterschiedlichen Menschen und Gruppen innerhalb der Gemeinde.?
Ihr Thomas Krause??
